Bildungssystem in Portugal: Wichtige Meilensteine und Chancen für Einwanderer
2.5.2026

KINDERGARTEN UND SCHULE IN PORTUGAL: MERKMALE DES BILDUNGSSYSTEMS
Inhalt des Artikels:
- Das Bildungssystem in Portugal: 4 Stufen
- Vorschulerziehung: kommunal und privat – Möglichkeiten für Einwanderer
- Unterlagenpaket für die Aufnahme in den Kindergarten
- Portugiesische Schule — Auswahl der Bildungseinrichtung
Wir haben bereits viel über Portugal geschrieben. In letzter Zeit ist das Land nicht nur als Reiseziel, sondern auch als lebenswerter Wohnort sehr gefragt. Natürlich denken Eltern, die einen Umzug mit Aussicht auf späteren Staatsbürgerschaftserwerb planen, zuerst daran, wo und wie ihre Kinder zur Schule gehen werden. Wir haben uns deshalb entschieden, das Thema Bildung in Portugal detaillierter zu betrachten. Das portugiesische Bildungssystem gliedert sich in vier Stufen:
- Vorschule (freiwillig, kann jedoch schon ab drei Monaten beginnen);
- Grundschulbildung (im Alter von 6 bis 15 Jahren)
- volle Sekundarstufe, Pflichtschulbildung (von 15 bis 18 Jahren); nach dem Schulabschluss können Schülerinnen und Schüler eine berufliche Grundausbildung absolvieren;
- Hochschulbildung (freiwillig); ein Studium ist jedoch erst nach Abschluss der 12. Klasse möglich.
In Portugal, wie in vielen EU-Ländern, ist der Mutterschutz relativ kurz, und bereits ab dem 4. Monat schicken einige Eltern ihre Kinder in eine spezielle Vorschule, die als Crèche (Kinderkrippe) bezeichnet wird. Für diese Babys sind die Räume speziell mit Schlafgittern, Wickeltischen, Stillräumen und Spielbereichen ausgestattet. Mütter dürfen, wenn möglich, zum Stillen kommen. Öffentliche Crèches sind in Portugal nicht sehr zahlreich, aber ausländische Eltern können ihre Säuglinge bei Bedarf ebenfalls dorthin geben.
In Portugal werden Vorschulen in mehrere Typen unterteilt:
- kommunal (staatlich)
- privat IPSS — die Kosten werden zwischen Staat und Eltern geteilt
- kommerziell — die Gebühren werden vollständig von den Eltern getragen
- Kindergärten, die von religiösen oder gemeinnützigen Stiftungen finanziert werden
- betriebliche Einrichtungen — Mitfinanzierung durch Universitäten, Unternehmen oder internationale Firmen
- private familiäre Mini-Kitas — eine Alternative zu qualifizierten Babysittern
- mobile Angebote — in einigen abgelegenen Regionen kommen Erzieher 1–2 Mal pro Woche zu den Kindern.
Kindergärten der folgenden Formen gibt es für Kinder von 3 bis 6 Jahren:
- Jardim de infância — kommunale (staatliche) Einrichtungen oder Einrichtungen mit teilweiser sozialer Finanzierung. In Gruppen können etwa 25 Kinder unterschiedlichen Alters zusammengefasst sein. Die Schulvorbereitung basiert auf allgemeinem Wissen über die Umwelt; der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Kommunikation zwischen den Kindern. Für Ausländer sind diese Einrichtungen attraktiv, da sie meist günstig sind und Kinder schnell Portugiesisch lernen und sprechen können.
- Pre-escolar — bereitet Vorschulkinder auf die Schule vor. Die Gruppen umfassen höchstens 20 Kinder, die etwa 5 Stunden täglich betreut werden. Zusätzlich zu den regulären Stunden bietet die Pre-escolar optionale Zusatzangebote, etwa Tanz, Sport, Schach, Bauen etc.
Kinder werden in diesen Einrichtungen auch ohne Aufenthaltskarte aufgenommen, bevorzugt werden jedoch Familien, die in der Nähe des Kindergartens wohnen.
Alle kommunalen Kindergärten in Portugal sind formal kostenfrei. Eltern zahlen größtenteils nur für Unterrichtsmaterialien. In Einrichtungen des sozialen Systems erfolgt die Gebührenberechnung nach einer speziellen Formel, die das Familieneinkommen, feste monatliche Ausgaben und die Anzahl der Familienmitglieder berücksichtigt. Manche Portugiesen reservieren Plätze in solchen Kindergärten bereits direkt nach der Geburt, da die Aufnahme dort recht schwierig sein kann. Platzreservierungen werden meist entrichtet und liegen zwischen € 50 und € 250. Zudem umfasst die Gebühr aller Vorschuleinrichtungen (außer den kommunalen) in der Regel eine Kinder-Versicherung.
Betriebliche Kindergärten, die oft an Universitäten oder internationale Firmen angebunden sind, sind in Portugal ebenfalls beliebt. In diesen Einrichtungen kann das Berechnungsmodell vom sozialen System abweichen. Eltern können außerdem für eine Frühbetreuung oder eine späte Abholung zusätzlich bezahlen.
Private Kindergärten kosten ab etwa € 350 pro Monat. Die Höhe richtet sich danach, welche Leistungen das Kindergartenangebot umfasst: nimmt das Kind nur an den Basiseinheiten teil oder auch an zusätzlichen Aktivitäten, haben Geschwister Anspruch auf Ermäßigungen usw.
Es ist anzumerken, dass es in Portugal kein einheitliches staatliches Programm für die Vorschulerziehung gibt. Vorschulkinder im Alter von 3 bis 6 Jahren erhalten wöchentlich 25 Stunden für Bildungsangebote. Der Fokus liegt auf Schreiben, Zahlen, Lese- und Schreibfertigkeiten, Weltwissen usw. Neues wird spielerisch vermittelt, um Lernfreude zu wecken. Eltern finden nützliche Informationen auf portugiesischen Websites wie PrimeirosAnos.pt, UpToKids.pt. Den nächstgelegenen Kindergarten können Sie auf der Plattform Mapa Social suchen, dort gibt es Filter nach Region, Stadt, Wohnviertel, Vorschulform und weiteren Kriterien.
Kontaktdaten staatlicher Stellen sind meist in der Rubrik Educacao auf den offiziellen Websites zu finden. Die Informationen sind nicht immer einheitlich aufbereitet; geben Sie daher am besten Ihren Distriktnamen ein und wählen dann die passende Einrichtung in Ihrer Nähe. In kommunalen Schulen herrscht, wie oben erwähnt, große Nachfrage nach Plätzen, besonders für die Kleinsten. Für ältere Kinder steigen die Chancen auf einen Platz. Der Staat setzt Fristen für die Platzreservierung fest, und Eltern können bis zu 5 Anträge an verschiedene Vorschulen stellen. Solche Beschränkungen gibt es in privaten Einrichtungen nicht.
Für die Anmeldung im Kindergarten benötigen Sie:
- ein Dokument, das Ihren legalen Aufenthalt im Land bestätigt (Aufenthaltserlaubnis, Citizen Card)
- NIF, NISS, NSNS — in der Regel sind diese in den Immigrationsunterlagen enthalten
- NISS des Kindes — der Antrag auf Ausstellung wird von der verantwortlichen Person gestellt — Eltern oder Verwandten, die legal in Portugal wohnen
- IRS-Erklärung (Steuererklärung)
- Kopie des Impfpasses oder Impfbescheinigung des Kindes
- Kontaktdaten der Personen, die das Recht haben, das Kind aus dem Kindergarten abzuholen
- zusätzlich können (nicht alle Einrichtungen) einen Beschäftigungsnachweis, das Familieneinkommen für das Quartal, die Arbeitsadresse eines Elternteils oder einen Arbeitsvertrag verlangen.
Hat ein Kind zuvor keinen Kindergarten besucht, ist das kein Problem; wichtig ist, dass es schulbereit ist und die neunjährige Schulpflicht absolvieren kann.
Und unabhängig davon, ob Sie sich im Norden oder Süden des Landes niederlassen: wenn Sie Portugal als ständigen Wohnsitz wählen, muss Ihr Kind mit sechs Jahren eine portugiesische Schule besuchen. Während der Kindergarten freiwillig ist, ist die Schulbildung für alle verpflichtend.
Nach der 9. Klasse kann das Kind weiter zur Schule gehen oder eine beruflich-technische Ausbildung beginnen. Alle öffentlichen Schulen in Portugal sind kostenfrei (Eltern zahlen nur für Verpflegung und eine mögliche Ganztagsbetreuung). Ausländer können ihr Kind problemlos an einer staatlichen Schule anmelden. Zu beachten ist, dass der Unterricht dort ausschließlich in der Landessprache erfolgt, weshalb sich ein Kind mit geringen Portugiesischkenntnissen schwer tun kann. In solchen Fällen bieten öffentliche Schulen zusätzliche Portugiesischkurse an.
Neben kommunalen Schulen gibt es in Portugal zahlreiche Privatschulen. Häufig ist der Unterricht dort auf Englisch, teils auf Französisch, Spanisch oder Deutsch. Manche Ausländer bevorzugen Internate, in denen das Kind ganzjährig lernt und lebt. Die Schulgebühren privater Einrichtungen beginnen bei etwa € 4.000 und können bis zu € 13.000–15.000 pro Jahr betragen. Trotz der Kosten sind Privatschulen bei Einheimischen und Zugezogenen beliebt, da deren Bildungsangebot oft als hochwertiger gilt.
Der Lehrplan im schulischen Verlauf gliedert sich in mehrere Etappen:
Bis zur 9. Klasse werden alle Schülerinnen und Schüler nach dem einheitlichen International Baccalaureate oder dem IB-Diplomprogramm unterrichtet (in Privatschulen kommen zusätzliche Fächer hinzu)
Nach der 9. Klasse wählen die Schüler eine von drei Richtungen: den fortgesetzten Schulbesuch bis zur 12. Klasse (für Studienbewerber), den künstlerischen Zweig (Vorbereitung auf kreative Berufe — Designer, Künstler, Restaurator...) oder den technologischen Zweig (Erwerb eines angewandten Berufs)
Nach der 11. Klasse legen alle Schülerinnen und Schüler (unabhängig von öffentlicher oder privater Schule) Prüfungen in zwei Kernfächern ab, und nach der 12. Klasse eine Prüfung in Portugiesisch sowie eine zusätzliche Prüfung. Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden bei der Hochschulbewerbung berücksichtigt.
Portugal verfügt über ein eigenes Notensystem. Die Höchstnote beträgt 20 Punkte. Das Ranking der Schulen richtet sich nach dem durchschnittlichen Gesamtergebnis der Schülerinnen und Schüler.
Drei staatliche Schulen heben sich besonders hervor:
1) Escola Secundaria Infanta de Maria — Stadt Coimbra
2) Escola Secundaria Alves Martins — Stadt Viseu
3) Escola Basica e Secundaria Clara de Resende — Stadt Porto.
Der Durchschnitt der Schülerleistungen an diesen Schulen liegt zwischen 12,8 und 13,2 Punkten.
Bei den Privatschulen sind die besten meist in Städten wie Lissabon, Porto und Braga zu finden:
Colegio Nossa Senhora do Rosario — Porto
Colegio Moderno — Lissabon
Colegio D. Diogo de Sousa — Braga
Der Durchschnitt der Schülerleistungen in diesen Schulen liegt zwischen 14,94 und 15,62 Punkten. Die Schulgebühren werden individuell berechnet und hängen von mehreren Faktoren ab: Unterrichtssprache, Klassenstufe und dem Notendurchschnitt des aufnehmenden Schülers (in der Regel beginnen die Kosten in solchen Schulen bei etwa € 10.000 pro Jahr). Privatschulen orientieren sich oft am britischen Curriculum — GCSE und A Levels. Die Aufnahme erfolgt meist auf Basis von Tests, in einigen Fällen (insbesondere Internaten) ist ein persönliches Gespräch erforderlich. Ein wesentlicher Vorteil privater Schulen ist das Lehrpersonal: nahezu alle Fremdsprachenlehrer sind Muttersprachler. So sind an der amerikanischen Privatschule Carlucci von 67 Lehrkräften 25 aus den USA.
Gute Schulen finden sich nicht nur in den Großstädten Portugals, sondern auch auf den Inseln Madeira und den Azoren, da dort viele Expats leben.
In fast allen portugiesischen Schulen sind die Grundschulklassen räumlich von den höheren Jahrgangsstufen getrennt, was in vielen europäischen Ländern üblich ist.
Das Schuljahr in Portugal beginnt Mitte September, das genaue Datum legt jede Schule selbst fest. Die Kinder haben jeweils einwöchige Ferien zu Ostern, zu Weihnachten und während des Karnevals (Mardi Gras). Die längsten Ferien sind die Sommerferien (von Juli bis Mitte September). Der Unterricht beginnt meist um 9 Uhr und endet gegen 17 Uhr. In vielen Einrichtungen gibt es eine Hortbetreuung, in der das Kind bis 19 Uhr bleiben kann. Schulschwänzen wird in Portugal strikt geahndet; bei unentschuldigtem Fehlen kann sogar ein Schulverweis erfolgen. Für viele Eltern ist das ein großer Vorteil, da die Schulverwaltung sofort informiert, ob das Kind am Unterricht teilgenommen hat oder nicht.
Dank der soliden Ausbildung haben viele Absolventen portugiesischer Schulen die Möglichkeit, an Hochschulen im Vereinigten Königreich, in den USA und in EU-Ländern zu studieren.
Portugal belegt derzeit den 53. Platz (von 163 Ländern weltweit) in Bezug auf das Bildungsniveau. Wenn Ihr Kind also eine der Schulen in Portugal besucht, erleichtert das später den Zugang zu einer Hochschulausbildung auf europäischem Niveau.
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